#MMTM 24 – Your 2018 business story: Erfolge

Heute folgt mit Teil 24 die Fortsetzung der #MarchMeetTheMaker – Aktion, bei der es darum ging, in einem Monat die eigene Business Story zu erzählen.*)

Die vorangegangenen Tage findet ihr unter folgenden Links:

Tag 1 & 2 (Wer und Wo) /// Tag 3 (Wie alles begann) /// Tag 4 & 5 (Lieblingsteile & Produktfotographie) /// Teil 6 (Mein (altes) Atelier  /// Tag 7 & 8 (Routine & Flatlay) /// Tag 9 (Der Herstellungsprozess) /// Tag 10 & 11 (Erholung vom Alltag und Markensetzung) /// Tag 12 – 14 (Verpackung, Arbeitskleidung & Pläne) /// Tag 15-19 (Boomerang, Helfer, Kundenfeedback, Inspiration & worauf ich nicht verzichten kann) /// Tag 20-23 (Werkzeuge, Notizbuch, Skizzen und Hände bei der Arbeit)

 

Tag 24: Achievements

 

ROHMYcouture /// Press Coverage

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Ich nehme das Fazit des Posts vorweg: Ich betrachte als meinen größten Erfolg schlicht, dass ich heute tatsächlich meinem Traumberuf nachgehen kann. Auch wenn es oft sehr schwierig ist, und finanziell lange nicht das einbringt, was ich in einer Firma verdienen könnte – ich würde nicht mehr tauschen wollen.

Auf den heute geposteten Collagen seht ihr eine Zusammenstellung verschiedener Magazine und Zeitschriften in denen meine Arbeit zu sehen war, was sicher maßgeblich zur Verbreitung beigetragen hat, und wofür ich extrem dankbar bin. Dankbar bin ich auch all den Menschen, die meine Sachen auf ihren Blogs, Pinterest, Tumblr oder sonstigen Seiten teilen <3

Darüber hinaus seht ihr ein paar Aufnahmen der Abschlussmodenschau des „Elite Model Look Singapore 2012“, wo man auf dem Lauftseg ein paar Teile meiner ersten Kollektion sehen konnte. Einzelbilder mit Beschreibung findet ihr auf meiner Website unter ->  https://www.rohmy.net/press
[[Presse-Auswahl: bild.de, belle armoire magazine, rtl, br, phoenix, british vogue, moda magazine singapore, wardrobe trends fashion singapore, elite model look singapore (final runway show), cirkumfleks magazine, dark beauty magazine, dear darkling, huf magazine, frequency institute, fashion faces magazine, haute macabre, top hair international, american salon, bang style, couture troupers, lost & found megazine, top magazin leipzig…]]

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Dress by ROHMY Couture - Jessica Tan @ Elite Model Look Singapore 2012

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Ich erinnere mich noch sehr genau an eine Szene, die sich nach meiner Schneider-Ausbildung während meines Modestudiums abspielte, und die stellvertretend für unzählige ähnlich folgende werden sollte:

Wir hatten im Fach Entwurf zum ersten Mal die Aufgabe bekommen, eine Kollektionsmappe zu erstellen. Mit allem was dazu gehört: Trendresearch, Kundentyp analysieren, Moodboards, Stoffe, Skizzen, Entwürfe, Farbtafeln, Technische Zeichnungen etc.

Während uns spätere Trendrecherchen nach London und Paris führten, fand die erste in Stuttgart statt. Aufgeteilt in Dreiergruppen besuchten wir die Designerabteilungen diverser Boutiquen, um uns dort einen Überblick über damals angesagte Trends und Verarbeitungstechniken zu verschaffen.

Während das später in London ziemlich cool war – in manchen Läden fühlte man sich als Designstudent tatsächlich willkommen, und ich habe nicht einmal erlebt, dass irgendein Verkäufer die Nase gerümpft hätte – war das in Stuttgart bedauerlicherweise deutlich komplizierter:

Als würden die Verkäuferinnen riechen, dass wir nur zum Schauen da waren und keine potentiellen Kunden, wurden wir in den meisten Fällen mehr oder weniger (eher weniger) höflich herauskomplimentiert. Eine seltene Ausnahme bildete eine nette Verkäuferin im Breuninger:

Sie sprach uns direkt an ob wir Modestudenten seien. Als wir das (natürlich wahnsinnig stolz) bejahten, lächelte sie nur müde und sagte sinngemäß „Jaja, ich habe auch mal Modedesign studiert. Ich kann euch jetzt schon sagen, dass es sich nicht lohnt. Ihr werdet in den nächsten drei Jahren bis zu eurem Abschluss um mindestens 10 Jahre altern, kaum einer von euch wird je einen Job in der Branche finden, und wenn überhaupt, dann wie ich, als Verkäuferin.“

Zack, das saß, und wir verließen eine weitere Stufe desillusionierter den Laden. Nicht, dass einer von uns etwas gegen Verkaufsjobs gehabt hätte – ganz im Gegenteil, ich habe selbst mehrere Jahre in einem Szeneladen gearbeitet und fand es super – aber wir sahen uns nunmal auf den Bühnen und Laufstegen dieser Welt als große, umjubelte Nachwuchs-Designstars, die höchstens in ihrem eigenen Flagshipstore mal schauen würden, was die angestellten Verkäufer so machen :D

Auf der Straße kamen Arroganz Idealismus und Eifer zurück, letzterer äußerte sich in empörten Diskussionen über die „frustrierte Verkäuferin“, die ja nur neidisch sei, weil sie es eben nicht geschafft hat, und uns jetzt das Studium vermiesen will… rückblickend muss ich einräumen, dass sie wohl Recht hatte. Auch aus unserem Jahrgang arbeiten heute die wenigsten in einem Job in der Branche – als Designer schon einmal gar nicht, oder wenn, dann nebenher, während sie ansonsten einem, meist branchenfremden Vollzeitjob nachgehen.

Bei mir wäre es beinahe ähnlich gelaufen: Nach dem Studium kam die Bewerbungsphase. Wollte man halbwegs in der Region bleiben, bewarb man sich bei Boss, Adidas, Klaus Modelle, Trigema oder ähnlichen Firmen. Und, ganz ehrlich… so sehr ich Wolfgang Grupp, den Chef von Trigema für seine Firmenphilosophie bewundere und in einer absoluten Vorbildfunktion für mich sehe, reizten mich Jobs als Schnittdirectrice bei typischen Industriebetrieben gar nicht. Ich wollte sofort das machen, was ich in meinem jugendlichen Übermut unter „richtig“ kreativ sein verstand, und das waren nunmal keine T-Shirts oder Jogginganzüge. Heute weiß ich, dass das eigentlich wahnsinnig doof, überheblich und leichtsinnig war. Immerhin hätte man z.B. bei einem bekannten Sportbekleidungshersteller einen soliden Job mit ganz gutem Gehalt gehabt, abgesehen davon, dass es eben nicht nur Shirts und Jogginganzüge sind, sondern auch da ein hohes Maß an Kreativität und technischem Verständnis gefordert ist, etwa wenn man an einem Badeanzug für Olympioniken tüftelt, und versucht die Nähte so zu legen, dass er noch stromlinienförmiger wird… aber dafür fehlten mir Weitblick und Vernunft. Und Lust. Ganz abgesehen davon, dass es bei den Industriebetrieben und Theatern, bei denen ich mich dann doch bewarb nur Absagen hagelte, oder an frische Studienabgänger ausschließlich unbezahlte Praktika und Trainee-Stellen zu Hungerlöhnen angeboten wurden. Keine Überraschung bei einer handvoll Stellen gegenüber hunderten, wenn nicht tausenden Bewerbern. Und plötzlich erschien mir der Gedanke, wieder als Verkäuferin mein Brot zu verdienen, und nebenher an eigenen Entwürfen zu arbeiten, gar nicht mehr so abwegig, wie noch im ersten Semester, als wir vor Zuversicht nur so strotzten.

Und dann… stieß ich auf eine Stellen-Anzeige, von der ich glaubte, dass sie mein Leben verändern würde. Was sie auch tat – allerdings ganz anders als erwartet. Doch dazu im nächsten Post mehr.

#teaser ;)

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Fashion by ROHMY Couture - Jessica Tan @ Elite Model Look Singapore 2012

ROHMYcouture /// Press Coverage

ROHMYcouture /// Press Coverage

*) Dabei wird von der Initiatorin Joanne Hawker für jeden Tag ein Thema vorgegeben, zu dem man dann etwas über sich und seine Firma schreiben kann. Auf Instagram und Facebook poste ich regelmäßig, hier auf dem Blog werde ich immer ein paar Tage auf deutsch zusammenfassen, oder auch mal ein Thema ausführlicher behandeln.

 

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