#MMTM 9 – Your 2018 business story: Der Herstellungsprozess

Heute folgt mit Teil 9 die Fortsetzung der #MarchMeetTheMaker – Aktion, bei der es darum geht, im laufenden Monat März die eigene Business Story zu erzählen. *)

Die vorangegangenen Tage findet ihr unter folgenden Links:

Tag 1 & 2 (Wer und Wo) /// Tag 3 (Wie alles begann) /// Tag 4 & 5 (Lieblingsteile & Produktfotographie) /// Teil 6 (Mein (altes) Atelier  /// Tag 7 & 8 (Routine & Flatlay)

 

Tag 9: HOW IT`S MADE

 

ROHMY Couture - how it´s made. Dyeing a silk fabric green. Via allaboutrohmy.com

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Der erste Schritt im Produktionsprozess ist immer das Gespräch mit der Kundin oder dem Kunden. Wir besprechen Einzelheiten wie beispielsweise das Design, die Farbe, das Material, die Länge, und ich erhalte die Maßangaben nach einer Liste von mir, sofern ich nicht selbst Maß nehmen kann. Bei farbigen Stoffen schicke ich in der Regel Stoffmuster vor der endgültigen Entscheidung, da die Farben auf dem Bildschirm, je nach Kalibrierung des Monitors sehr unterschiedlich angezeigt werden. So können wir sichergehen, dass es auch genau der Farbton ist, den die Kundin sich wünscht.

Umgekehrt erhalte ich auch hier und da auf Papier ausgedruckte Farbmuster zugeschickt, nach denen ich mich bei der Stoffwahl richten soll.

Das Problem hierbei: Oft ist der gewünschte Farbton nicht in der erforderlichen Stoffqualität bei den Händlern fertig erhältlich. Lösung: Ich färbe die Stoffe in solchen Fällen -soweit möglich – selbst.

Am heutigen Beispiel seht ihr einen ursprünglich naturweißen Seidenstoff, den ich in mehreren Arbeitsschritten in einem satten Smaragdgrün gefärbt habe. Bevor ich färbe, rechne ich anhand meines vorher erstellten Schnittmusters und/ oder Erfahrungswerten mit vergleichbaren Modellen aus, wieviel Stoff ich genau benötigen werde. Da die Seide als Rohmaterial vergleichsweise teuer ist, muss ich hierbei sehr sorgfältig vorgehen, denn nur ein Meter zu viel an Stoff, das ich später nicht mehr benötige, könnte, je nach Materialzusammensetzung einiges an finanziellem Verlust bedeuten, besonders wenn das öfter mal passiert ;)

Umgekehrt wäre es fatal, wenn ich den mehrstündigen Färbeprozess noch einmal wiederholen müsste, weil ich einen Meter zu wenig einkalkuliert habe:

Hierbei ist zu beachten, dass einige Stoffe durch das Färben noch Einlaufen, d.h. je nach Material müssen also noch zusätzliche 5-10% Sprungwert mit in die Kalkulation einbezogen werden.

(Kleine Randnotiz:  Ich färbe auch andere (Natur-)Materialien, habe aber beim Seide färben bislang die leuchtendsten Farbergebnisse erhalten.)

Sobald der Stoff verarbeitungsbereit, also gefärbt, getrocknet und gebügelt ist, wird ein Teil des Stoffes in Streifen geschnitten, und anschließend von mir geflochten. Wieviel, rechne ich vorher ebenfalls anhand von Erfahrungswerten aus. Für das grüne Kleid brauchte ich insgesamt beispielsweise knapp 7,5 Laufmeter Stoff inklusive des Teiles für die Flechtbänder, die Flechtbänder selbst machten am Ende eine Strecke von ca 19 Metern aus.

Wem das jetzt unlogisch scheint: Stellt euch vor ihr habt einen Laufmeter Stoff, der 1,5 Meter breit ist. Diesen einen Meter schneidet ihr in 10 cm breite Streifen, die ihr wiederrum drittelt, um daraus die Bänder zu flechten. Aus einem Meter bekommt ihr 10 Flechtbänder mit einer jeweiligen Länge von ca 1,3 Meter (durch das Flechten werden die ursprünglichen 1,5 Meter etwas verkürzt), ergo 13 „Roh“-Meter Flechtbänder insgesamt, von denen aber wieder jeweils 2-4 cm an den Enden abgezogen werden müssen, da diese beim Vernähen wieder verloren gehen. Das ganze variiert natürlich, je nachdem wie breit ihr die einzelnen Streifen schneidet. Der Teil mit dem Flechten ist nicht kompliziert, aber sehr zeitaufwändig: Ich habe Kleider, in denen mehr als 45 Meter Flechtbänder verarbeitet sind, und man kann sich sicher vorstellen, dass es einige Zeit dauert bis die geflochten sind ;)

Sobald auch diese Vorbereitungen abgeschlossen sind, wird der Schnitt ausgelegt und zugeschnitten, bei einigen Kleider auch einiges direkt an der Puppe drapiert, dann die Flechtbänder am Kleid angebracht und von Hand festgenäht (das Muster der Flechtbänder gestalte ich nach Augenmaß ohne Schablonen. Entweder ich arbeite komplett frei, oder ich orientiere mich an vorher von mir gezeichneten Skizzen).

Viele Teile sind und bleiben komplett handgenäht, bei einigen werden Teile, wie etwa die Kanten oder der Saum noch einmal zusätzlich mit einer Nähmaschine vernäht und fixiert.

Sobald das Kleid fertig ist, wird es fotografiert, eingepackt und verschickt :)

Eure Rohmy

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ROHMY Couture - how it´s made. Via allaboutrohmy.com

Dress: ROHMY Couture / Model: Roxy

*) Dabei wird von der Initiatorin Joanne Hawker für jeden Tag ein Thema vorgegeben, zu dem man dann etwas über sich und seine Firma schreiben kann. Auf Instagram und Facebook poste ich täglich, hier auf dem Blog werde ich immer ein paar Tage auf deutsch zusammenfassen, oder auch mal ein Thema ausführlicher behandeln.

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