Schnittkonstruktion – Ein Experiment

 

Schnittkonstruktion / allaboutrohmy,com

Schnittkonstruktion – Ein kleines Experiment

Was hier oben wie ein Puzzle oder seltsame Zusammenstellung aus geometrischen Formen aussieht, ist in Wirklichkeit eines meiner derzeitigen Projekte. Wie die meisten von euch wissen, arbeite ich nicht nur nach eigenen Entwürfen, sondern lasse mich oft von historischen Originalschnitten inspirieren.
Bisweilen kommt es allerdings auch vor, dass ich etwas modernes sehe, das schnittechnisch eine interessante Herausforderung darstellt, und somit direkt ausprobiert werden muss. So geschehen mit einer Jacke aus einer der letzten Yamamoto- Kollektionen. Ich liebe seine,
sowie die Kreationen seiner Landsleute Issey Miyake und Rei Kawakubo (Comme des Garcon) mit ihren bewusst farblos gehaltenen, dekonstruierten Schnitten: Kreationen, nicht als Mode sondern Kunst zu bezeichnen!
Die nun folgende Jacke hat es mir besonders angetan, mit der an eine Zwangsjacke anmutenden engen Schulterpartie, dem im Gegensatz dazu extrem halsfernen Stehkragen, und dem weitschwingenden Godet in der vorderen Mitte. Auf den ersten Blick recht schlicht, zeigt sich bei näherer Betrachtung eine erst auf den zweiten Blick sichtbare Rafinesse im Schnitt – genau dies macht für mich die Faszination an diesem Stück aus, und ich musste wissen wie das funktioniert!

Ich werde euch zunächst ein paar Skizzen und Konstruktionszeichnungen zeigen die ich, basierend auf einem Foto der Jacke, angefertigt habe. Bilder der fertigen Jacke (die ich in für Yamamoto typischen Schwarz, anstatt des auf dem Bild zu sehendem weiß nähen werde) folgen dann, sobald ich den zunächst im Maßstab 1:4 konstruierten Schnitt auf Originalgröße übertragen, und die Jacke angefertigt habe. Ist in diesem Fall übrigens kein Kundenauftrag sondern privates Vergnügen :)

Inspiration: Yamamoto Jacke / allaboutrohmy,com
Schnittkonstruktion / allaboutrohmy,com

Schnittkonstruktion / allaboutrohmy,com

Und hier müsst ihr euch nun das Bild vom Anfang des Artikels denken, dass die mittlerweile einzeln herauskopierten Schnittteile aus der aus einem schlichten 38er- Grundschnitt konstruierte& gezeichnete Jacke darstellt.
Ich finde diese spitzen Formen erinnern in ihrer Silhouette an Origami – möglicherweise gar nicht zu weit hergeholt, handelt es sich doch um einen japanischen Modeschöpfer (er selbst hört die Bezeichnung „Designer“ übrigens nicht gerne, und bezeichnet sich selbst als Schneider, ein Handwerk welches er bis ins kleinste Detail beherrscht, anders wären diese schnitttechnischen Ideen und deren meisterhafte Umsetzung auch fast nicht denkbar!). Ich werde mich nun daran machen, das ganze von der 2- in die 3- Dimensionale zu übertragen. Ihr könnt also auf das Ergebnis in den nächsten Wochen gespannt sein (ich bin es jedenfalls sehr…)

Habt einen schönen Tag!

Eure Rohmy

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